Freitag, 10. August 2018

Zero

"Was hast du denn da in deinem Glas? Das sieht ja aus wie Cola"
 "Das ist Zero. Schmeckt fast genauso, wie Cola".
"Aha. Also so ein Zuckerersatz quasi?".
 "Wenn du es so nennen möchtest"
"Das verstehe ich nicht. Ich meine, wenn du Cola trinken willst, warum trinkst du dann nicht einfach RICHTIGE Cola?"
 "Weil ich Diabetiker bin"
"Das ist dann aber ganz schön inkonsequent von dir. Wenn du einerseits auf Zucker verzichten willst, aber dir dann unbedingt einen Ersatz besorgen musst. Ich schnitze doch auch keine Süßstoff-Tabletten aus Zuckerwürfeln."
 "Musst du ja auch nicht. Ich verzichte ja nicht auf die Cola, weil mir Cola an und für sich nicht schmeckt. Ich möchte halt nur keinen echten Zucker in meinem Getränk haben. Deswegen trinke ich Zero."
"Aber muss das dann die gleiche Farbe haben und in der selben Flasche sein wie richtige Cola? Und muss da auch noch Cola drauf stehen? Wenn doch gar keine Richtige Cola drin ist? Am Ende greift noch aus Versehen jemand nach so einer Zero, der eigentlich RICHTIGE Cola wollte. Man sollte das umbenennen und anders abfüllen."
 "Naja, der Geschmack kommt halt schon sehr nah an Cola ran. Und die Form der Flasche hat sich ja auch bewährt. Nur weil da jetzt kein Zucker drin ist, muss man ja nicht gleich das ganze Rad neu erfinden. Und wenn Cola drauf steht, weiß der Käufer sofort, in welche Richtung der Geschmack so etwa geht. Ich halte es doch für relativ unwahrscheinlich, dass jemand, der RICHTIGE Cola kaufen will dann aus Versehen nach der Zero greift. Steht doch auch groß genug drauf. Zudem wäre es ja auch nicht schädlich oder gefährlich, wenn ein Colatrinker mal doch aus Versehen Zero trinken würde. Vielleicht schmeckt es ihm ja sogar."
"Aber der ganze Süßstoff da drin! Das ist doch hochgradig ungesund!"
"Ja, das stimmt schon. Aber es ist ja nun nicht gerade so, als ob ich nur Zero zu mir nehme. Im Gegenteil. Eigentlich trinke ich hauptsächlich Wasser und ungesüßten Tee. So eine Zero gönne ich mir nur hin und wieder mal. Mal ganz abgesehen davon, dass deine RICHTIGE Cola auch nicht unbedingt gesünder ist. Ganz im Gegenteil."
"Aber Zucker ist doch viel natürlicher, als Süßstoff!"
 "Natürlicher? Ich weiß nicht. Die Felder werden doch auch gespritzt und der Zucker vor dem Verkauf raffiniert. Und wie gesagt, ich trinke ja nun wirklich nicht täglich Zero."
"Ich verstehe das trotzdem nicht. Mir schmeckt echte Cola viel zu gut, ich könnte darauf nie verzichten. Natürlich trinke ich auch nur ganz wenig Cola. Und nur vom Getränkehändler meines Vertrauens..."

Samstag, 21. Juli 2018

Hilfe, die Veganer kommen!!!


Die Tage hatten mein Partner und ich die Idee, spontan Freunde zu besuchen, weil wir ohnehin in der Nähe waren. Kurz Bescheid gegeben - wie sonst auch.
"Möchtet ihr gerne einen Kaffee", so die höfliche Frage des unfreiwilligen Gastgebers. "Klar, wenn du vielleicht irgendeine Pflanzenmilch hast". Hatte er.
Soweit so gut. Doch während wir genüsslich dem Nachmittagskaffee frönten und uns eigentlich wie sonst auch über die neue Staffel Vikings, Discovery, Dr. Who, -beliebigenNerdkrameinfügen-, etc hätten unterhalten können, passierte, was eigentlich immer passieren MUSS, seitdem ich vor etwas mehr als einem halben Jahr vom Vegetarier zum Veganer wurde. Wir sprachen über Veganismus.
"Wenn ich jetzt keine Pflanzenmilch gehabt hätte, hätte ich euch gar keinen Kaffee anbieten können", meinte mein Gegenüber. "Ich hätte auch einen Tee genommen. Oder ein Wasser. Ist ja nicht eure Schuld, wenn wir hier so spontan reinplatzen" Für mich war das Gespräch damit eigentlich auch schon beendet und die vegane Welt in Ordnung.
Doch nach kurzem Nachdenken dann die Aussage "Überhaupt; so als Vegetarier konnten wir dir ja leichter was zu Essen anbieten. Aber jetzt als Veganer, da haben wir ja echt gar nichts im Haus, wenn du zum Essen kommst. Das ist echt schwierig."
Ich erwarte nicht, irgendwo zum Essen eingeladen zu werden, wenn ich spontan zu Besuch komme. Das habe ich auch als Vegetarier und als Omnivore (laaaaang ist es her) nicht getan. Normalerweise, wenn ich mich mit Freunden zu einem gemeinsamen Essen verabrede, koche ich mit Ihnen zusammen und bringe dann gegebenenfalls auch Zutaten mit. Schließlich koche ich gerne und es ist mir eine Freude andere Menschen mit Gaumenfreuden zu beglücken und Ihnen vielleicht auf diese Weise auch zu zeigen, dass veganes Essen tatsächlich auch schmecken kann.
Mich störte an der Aussage also nicht, dieser leichte Vorwurf, dass man mich jetzt eventuell nicht mehr verköstigen kann. Vielmehr brachte es mich zum Nachdenken, wie unverzichtbar Fleisch mittlerweile zu J E D E R Mahlzeit geworden ist.
Obwohl irgendwie jeder in meinem Umfeld Aussagen trifft, dass man ja nur ganz wenig Fleisch isst (natürlich nur vom Metzger des Vertrauens, wo man weiß, wo es herkommt) und ohnehin die gute alte Zeit vermisst, in der es noch den Sonntagsbraten gab, stellt es also ein Problem dar, etwas fleischfreies zu kochen?
Liegt es daran, dass die meisten Menschen sich tatsächlich keine Mahlzeiten ohne tierischen Inhalt mehr vorstellen können. Oder ist so eine Denkweise vielleicht dem Irrglauben entsprungen, dass sich Veganer in der Hauptsache von Fleischersatzprodukten ernähren, die der Nicht-Veganer nicht im Hause hat?
Überhaupt scheinen viele Menschen zu denken, dass eine vegane Ernährung hauptsächlich aus Saitanwürstchen und Tofuschnitzel basiert. Immerhin muss man doch den Verzicht kompensieren. Ja, auch ich esse hin und wieder solche Ersatzprodukte. Sie stellen aber einen verschwindend geringen Anteil meiner Ernährung dar. Das ist sozusagen mein "Sonntagsbraten", den ich mir nur hin und wieder mal gönne.
Aber was ist aus den guten, alten Spaghetti Napoli geworden? Der Gemüse-Reis-Pfanne? Bratkartoffeln? Es muss nicht der glasierte Tofu-Fasan an Amaranth-Sesambällchen auf Quinoa-Giersch-Pesto sein. Veganer kann man mit ganz einfachen Speisen sehr glücklich machen. Pasta, Reis, Gemüse - zur Not auch aus der Dose oder aus dem Gefrierbeutel. Damit lässt sich doch schon so einiges zaubern.
Was essen denn die Nicht-Veganer, die mir immer erzählen, dass bei Ihnen ja auch nicht täglich Fleisch auf den Tisch kommt? Oder ist es doch nur eine Aussage, mit der man versucht sein eigenes Gewissen etwas zu beruhigen?

Liebe Fleischesser, denkt nicht so kompliziert. Vegane Speisen können zum Teil sehr einfach und quasi aus dem Nichts gezaubert werden. Aber ich für meinen Teil werde nie bei euch einfallen und dann erwarten, dass ihr mir gefälligst etwas zu kredenzen habt. Ich warne vor, wenn ich gedenke mit euch zu dinieren und dann natürlich auch meinen Anteil dazu beitragen.



Dienstag, 3. Juli 2018

Metti und Lebenswurst

Herzhaftes Mett und leckere Leberwurst? Gibt's auch vegan. Und das Schöne daran ist, diese Alternativen sind nicht nur frei von tierischen Inhaltsstoffen, sondern auch deutlich gesünder und kalorienärmer als das Original.
Die Zubereitung ist nahezu lächerlich einfach und der Geschmack unglaublich gut!


Metti:

3-4 Scheiben Reiswaffeln
ca. 200 ml passierte Tomaten
ca. 50 ml Wasser
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer, Paprikapulver (nach Geschmack geräuchert, rosenscharf oder edelsüß), Cayenne


Die Reiswaffeln klein bröseln (entweder von Hand, oder mit dem Nudelholz in einem Gefrierbeutel "erschlagen"). Passierte Tomaten mit Wasser und Gewürzen verquirlen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Alles ordentlich miteinander vermanschen und mindestens acht Stunden durchziehen lassen.



Lebenswurst:

1 Dose Kidneybohnen
1 Portion Räuchertofu
Salz, Pfeffer, Majoran, Paprikapulver (am besten geräuchert)
ca. 2-3 EL Öl (zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl)


Die Kidneybohnen in einem Sieb abspülen und gründlich abtropfen lassen. Räuchertofu in kleine Würfel schneiden. Alle Zutaten zusammen in einen Mixer geben und zu einer homogenen Masse pürieren.
Majoran ist ganz wichtig, da dies das typische "Leberwurstkraut" ist, allerdings sollte man es mit der Menge trotzdem nicht übertreiben.


Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

100 % vegan - geht das überhaupt?

Kann man zu 100 % vegan leben? Diese Frage lässt sich meiner Meinung nach nur mit einem "Nein" beantworten.
Sich zu 100 % vegan zu ernähren ist noch verhältnismäßig einfach, wie ich in den vergangenen Monaten feststellen konnte. Auch für Kosmetika, Reinigungsmittel und Kleidung lassen sich schnell Alternativen ohne tierische Inhaltsstoffe finden.
Aber kann ich wirklich mein Dasein auf dieser Welt fristen, ohne auch nur einer Mücke ein Haar zu krümmen? Ganz sicher nicht!
Schon wenn ich über eine Wiese laufe, werde ich aller Vermutung nach den ein oder anderen Käfer oder Wurm zertreten. Noch schlimmer ist das Ergebnis einer Autofahrt, nach der meine Windschutzscheibe einem Insektenfriedhof gleich kommt.
Und wer meint, dass der Verzehr von rein pflanzlichen Produkten keinerlei Tierleid verursacht, der vergisst ganz sicher, dass auch beim Ernten von Getreide, Obst und Gemüse Insekten und Kleinsäuger draufgehen.
Ist eine vegane Lebensweise demnach eine Utopie? Ein ohnehin nicht zu erfüllender Wunsch nach einer weißen Weste und gutem Karma?
Was meine persönliche Einstellung zu dem Thema angeht ist mein Anliegen gar nicht, GAR keine Schäden mehr an meiner Umwelt anzurichten (das wäre dann tatsächlich unmöglich), sondern den Fußabdruck, denn ich auf dieser Welt hinterlasse so klein wie möglich zu gestalten. Ich versuche also mich darauf zu konzentrieren möglichst wenig Schaden anzurichten.

Nehmen wir das Beispiel der Kollateralschäden, die durch den Anbau von Lebensmitteln verursacht werden.
Ja, für jeden Getreideacker und für jedes Gemüsefeld muss Natur weichen und bei jeder Bestellung eines solchen Feldes und bei jedem Erntevorgang sterben etliche Lebewesen, die trotz der unwirklichen Bedingungen auf so einem Feld ihr Zuhause gefunden haben. Und das finde ich persönlich schlimm, denn auch Mäuse, Igel, Kaninchen, Käfer, Regenwürmer ect. haben für mich ihre Daseinsberechtigung und es tut mir leid, wenn sie Schaden nehmen.

Nun könnte man sagen : Aha.. schau sie dir an, die Veganer! Für ihr Gemüse und Getreide sterben so viele kleine Lebewesen, für mein Steak nur eine einzige Kuh.
Aber das ist ein Trugschluss, denn diese eine einzige Kuh kommt nicht als Halbtonner zur Welt. Um auf ihr Schlachtgewicht zu kommen, muss sie also erst einmal gemästet werden. Und da liegt der Hund begraben. Denn um aus dieser Kuh ein Kilogramm Fleisch zu bekommen, muss etwa die zehnfache Menge an Futtermitteln verabreicht werden. Da auch Futtermittel nicht vom Himmel fallen, verursacht hier das Fleisch also eine zehnfache Menge von Schäden bei Anbau und Ernte.

Hier kann man also durch Verzicht, oder zumindest der Minimierung des Konsums tierischer Produkte die Schäden an Natur, Mitgeschöpfen und auch Mitmenschen zumindest minimieren.

Und wo für mich persönlich auch eine Grenze erreicht ist, sind Medikamente.
Die wenigstens Medikamente kommen ohne tierische Inhaltsstoffe oder Tierversuche aus. Soweit es mich betrifft, nehme ich bei Bagatellen wie Kopfschmerzen oder einer Erkältung nur sehr selten überhaupt Medikamente und wo es möglich ist, achte ich natürlich auch bei Medizin auf vegane Alternativen.
Wer aber wirklich krank ist, der sollte sich auch unbedingt helfen lassen! Die eigene Gesundheit und das eigene Überleben stehen immer im Vordergrund. Es gibt sehr viele Bereiche im Leben, wo man gänzlich auf tierische Produkte verzichten kann, ohne dass es auf die Gesundheit oder das Wohlbefinden einen negativen Einfluss hat.
Wenn man aber seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzt, weil es keine veganen Heilmethoden gibt, schießt man am Ziel vorbei. Es ist zwar sehr löblich, das Leben seiner Mitgeschöpfe über das eigene zu stellen, aber sicher nicht der Grundgedanke einer veganen Lebensweise.
Es lohnt sich aber sicher im Einzelfall abzuwägen, ob man wirklich für jedes Wehwehchen gleich eine Pille schlucken muss und sich gegebenenfalls von Arzt oder Apotheker über vegane Alternativen aufklären lassen.



Für mich bedeutet ein veganes Leben dort, wo es mir möglich ist und meine eigene Gesundheit oder gar mein Leben nicht gefährdet, auf tierische Produkte zu verzichten. Wer das in der Ernährung, im Haushalt und der Körperpflege schafft, der hat schon einen riesigen Schritt gemacht. Wer den Konsum zumindest reduziert, trägt auch immens dazu bei, ökologische und ökonomische Schäden zu reduzieren.

100 % vegan? Das geht nicht. Genauso, wie es nicht zu 100% auszuschließen ist, dass man etwa Produkte aus Kinderarbeit kauft.
Aber man kann eine ganze Menge dazu beitragen, die Schäden zu minimieren.
Oder anders gesagt, ich kann vielleicht nicht verhindern, auf einen Käfer zu treten, wenn ich über eine Wiese laufe. Aber deswegen muss ich noch lange nicht absichtlich und gezielt Insekten zerquetschen.



Dienstag, 29. Mai 2018

Das schmeckt ja gar nicht wie Joghurt.....

Am Wochenende waren ich und meine bessere Hälfte bei Freunden eingeladen. Eine Pyjama-Party für Erwachsene sozusagen. Samstag Abend haben wir schön im Hexenkessel gekocht. Mit dem Dreibein über offenem Feuer und unter freiem Himmel. Zu Essen gab es "Fastenhahn ohne Hahn", einen veganen Gemüseeintopf mit Mandelmilch. Traumhaft lecker! Unsere Freunde sind Mischköstler, aber wir arrangieren uns immer so, dass jeder glücklich wird. Manchmal ist das eine echte Herausforderung, denn neben unserem Anspruch, dass es vegan sein muss, müssen wir auch auf einen Diabetiker und eine Weizenallergikerin Rücksicht nehmen. Aber auch da finden wir immer tolle Rezepte, bei denen wir alle nach Herzenslust schlemmen können.
Am nächsten Tag hatten die Dame des Hauses und ich Lust auf einen kleinen Snack und haben uns Süßlupinenjoghurt mit Chiasamen, Amaranth-Pops und diversem Obst gemacht. Meiner Meinung nach die perfekte Schlemmerei. Nur der Hausherr war einen skeptischen Blick in unsere Schüsseln und meinte zu mir "Ähhh das ist doch Joghurt...das darfst du doch gar nicht essen..?!?!" Ich klärte ihn darüber auf, dass es sich um eine vegane Joghurt-Alternative handelt und bot ihm an zu probieren. Mit leicht verzogener Miene folgte dann gleich die Aussage "Das schmeckt aber gar nicht genau wie Joghurt. Echter Joghurt ist säuerlich."

Ich kenne das ja schon aus meiner vegetarischen Zeit. Jeder schaut skeptisch auf mein Essen, fragt ob das überhaupt schmeckt und klärt mich nach dem Probieren darüber auf, dass es gar nicht ganz genauso schmeckt wie das "Echte". Aber muss es das überhaupt?

Schon die Aussage: "Das darfst du gar nicht essen" lässt mich immer schmunzeln. Essen DARF ich nämlich alles. Auch Scheiße mit Erdbeeren wenn es mir beliebt. Mir hat niemand verboten tierische Produkte zu essen. Es war und ist meine freie Entscheidung. Ich WILL es also einfach nur nicht essen.
Ich konsumiere nicht in der Hauptsache Ersatzprodukte, aber wenn ich das mache, dann habe ich nicht den Anspruch, dass es zu hundert Prozent genauso schmeckt wie das tierische Original. Ich will und muss nicht alles eins zu eins kopieren, sondern lediglich meinen Speiseplan erweitern und vegane Lebensmittel essen, die mir schmecken.
Viele "Fertigprodukte" kommen bei mir ohnehin nicht auf den Tisch und Fleischersatzprodukte finden bei meiner besseren Hälfte deutlich mehr Anklang, als bei mir selbst. Doch auch diese müssen nicht genau wie Fleisch schmecken, sondern einfach nur ganz generell gut schmecken.
Ein Apfel schmeckt auch nicht wie eine Banane, trotzdem ist doch jede Frucht für sich lecker. Ich denke, dass viele Menschen einfach glauben, dass ein Veganer ständig Lust auf die Genüsse der vergangenen Zeiten haben und einfach alles tut um sich diese verbotenen Sünden wieder auf den Speiseplan zu packen.
Vielleicht gibt es auch Vegetarier und Veganer bei denen das so ist. Ich selbst weiß, dass Tofu nicht wie Fleisch schmeckt, Pflanzenmilch nicht wie Kuhmilch und Lupinenjoghurt nicht Joghurt aus tierischen Bestandteilen. Aber es sind leckere Alternativen, die zumeist sogar gesünder und bekömmlicher als "das Original" sind.

Ja, meine pflanzlichen Alternativen schmecken anders, als Milch, Joghurt und Fleisch. Nein, ich finde es gar nicht schlimm, dass jedes Lebensmittel seinen ganz eigenen Geschmack hat.

Übrigens schmeckt Tiefkühlpizza auch niemals so wie eine original italienische Pizza aus dem Steinbackofen. Seltsam, wie viele Menschen trotzdem zu dem Produkt aus der Truhe greifen.

Sanfte Grüße

Gwenhwyfar



Hier noch das Rezept für den Fastenhahn ohne Hahn (Geht natürlich auch auf dem Herd, wenn man keinen Hexenkessel hat)

Für ca. 4 Personen:

1 Liter Mandelmilch
250 ml Wasser
2 Zucchini
6 Möhren
1kg Kartoffeln oder Süßkartoffeln
2 Knollen Fenchen
2 Zwiebeln
2-3 Paprika
1 Bund Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer
Kräuter nach Belieben (Zum Beispiel Petersilie, Oregano, Liebstöckel, Thymian, Bärlauch, etc..)
ca. 2 EL Speisefett (Zum Beispiel Rapsöl, Olivenöl oder Kokosfett)

Alles Gemüse in etwa gleich große Stücke schneiden (am besten in Würfel)
Im Topf oder Kessel das Öl erhitzen und die Zwiebeln und Frühlingszwiebeln kurz darin glasig dünsten, dann mit dem Wasser ablöschen.
Mit der Mandelmilch auffüllen und das restliche Gemüse sowie Kräuter und Gewürze dazu geben.
Ggf. später nochmal abschmecken.
Wenn die Kartoffeln gar sind, ist der Eintopf verzehrfertig.

Lasst es euch schmecken!

Montag, 21. Mai 2018

Warum ein Blog?

Tja... da sitze ich nun vor dem Rechner und versuche mich durch die eigentlich von mir so verhasste Technik zu fuchsen.
Bis vor kurzem habe ich mit dem Thema Blogs eigentlich wenn überhaupt nur als Leser beschäftigt und ich bin mir auch immer noch nicht so ganz sicher, ob wirklich jedermann (oder jederfrau?!?!) unbedingt seine wie auch immer geartete Meinung wirklich über das Internet kundtun muss oder sollte.
Interessiert das denn wirklich irgendjemanden, was so ein Otto-Normalmensch denkt oder tut? Werden wir im Zeitalter der sozialen Netzwerke nicht schon genug mit sinnlosen Banalitäten unserer Mitmenschen bombardiert?
Eigentlich war ich also bis dato immer der Meinung, dass Blogs eigentlich den Menschen vorbehalten sein sollten, die wirklich etwas zu sagen haben. Und nun soll ich gar einer von Ihnen sein?
Der Meinung sind zumindest meine Freundinnen, denen ich eigentlich nur hin und wieder Rezeptideen oder Fotos von meinen kulinarischen Experimenten aufgedrängt habe..

Um ein kleines bisschen auszuholen; ich bin seit 23 Jahren Vegetarier und habe etwa zu Beginn dieses Jahres damit angefangen immer mehr und mehr in die Welt der veganen Köstlichkeiten einzutauchen.
"Schuld" daran waren vor allem zwei Auslöser: Der Wille, die Welt um mich herum ein kleines bisschen besser zu machen (darauf möchte ich gerne demnächst in einem eigenen Post ganz speziell eingehen) und auch der Wunsch, mich vielleicht noch ein wenig gesünder zu ernähren. (Ja, meine Waage kann sehr ungnädig sein).

Gedacht war es erst nur als kleines, persönliches Experiment. Wie alltagstauglich ist die vegane Ernährung überhaupt. Was kann man denn da noch essen? Klappt das auch in Restaurants? Fühle ich mich damit fitter und gesünder oder bekomme ich vielleicht sogar Mangelerscheinungen?

Ich habe seitdem viel gelesen, viel recherchiert, viel ausprobiert. Kochen und backen gehörten schon immer zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und wenn ich dann auch noch Freunde mit einem guten Essen begeistern kann, macht es gleich doppelt so viel Spaß.
Um es kurz zu machen; aktuell geht es mir körperlich und seelisch so gut mit dieser neuen Lebensweise, dass ich sie gerne beibehalten möchte. Das ist die Entscheidung, die ich für mich persönlich getroffen habe. Ich möchte sie allerdings für keinen anderen Menschen treffen. Darum ist und war es nie mein Gedanke mit so einem Blog irgendjemanden zu missionieren. Vielmehr möchte ich inspirieren, Rezeptideen teilen und Denkanstöße geben.

In diesem Sinne wünsche ich jedem Leser viel Spaß auf dieser Seite

Eure Gwenhwyfar